Über das Projekt "Kommunales Konfliktmanagement"

Im Projekt „Kommunales Konfliktmanagement“ werden Kommunen mithilfe einer auf die lokalen Bedingungen ausgerichteten passgenauen Unterstützungsstruktur bei der Bearbeitung von Konflikten begleitet und die Zusammenarbeit von relevanten Akteur:innen vor Ort verbessert. Beteiligt werden Kommunen aus den „Partnerschaften für Demokratie“, die Konflikten gegenüberstehen, die das friedliche Zusammenleben in Vielfalt bedrohen (können).
Das Projekt verfolgt das Ziel, zivilgesellschaftliche und kommunale Aktuer:innen in den beteiligten Kommunen zu befähigen, Konflikte lösungsorientiert und konstruktiv zu bearbeiten sowie diese als Chance und Anlass des gemeinsamen Austauschs, der Auseinandersetzung und Aushandlung zu begreifen. Hierzu werden in den teilnehmenden Kommunen
  • Verfahren und Strukturen zur Konfliktbearbeitung entwickelt,
  • die Kommunikation, Kooperation und Handlungssicherheit der relevanten Aktuer:innen verbessert und
  • ein nachhaltiges und lebendiges Netzwerk für den interkommunalen und Struktur-ebenen übergreifenden Austausch etabliert.
Übergeordnetes Ziel ist es, praxiswirksame Modelle für den Transfer in weitere Kommunen zu entwickeln und zu erproben. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Festigung demokratischer Prinzipien sowie zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in Vielfalt geleistet.

Das Projekt „Kommunales Konfliktmanagement“ ist im November 2021 gestartet und läuft bis Ende 2023. Das Sozialpädagogische Institut Berlin »Walter May« (Stiftung SPI) setzt die projektbegleitende Servicestelle Kommunales Konfliktmanagement im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend um.
Die am Projekt teilnehmenden Kommunen entwickeln in der Projektlaufzeit Verfahren und Strukturen zur Konfliktbearbeitung, die sie nachhaltig in der Bearbeitung von Konflikten, die das Zusammenleben in Vielfalt bedrohen, stärken. In jeder Kommune wird über die gesamte Laufzeit ein Prozessbegleitungs-Tandem den Umsetzungsprozess des Projektes unterstützen. Dieses Tandem setzt sich zusammen aus jeweils einer externen und einer lokalen Prozessbegleitungsperson. Letztere soll eine enge Anbindung an die kommunale Steuerungsebene gewährleisten. Die dafür notwendigen Mittel können über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ beantragt werden.
  1. Am Beginn der Konfliktbearbeitung in den teilnehmenden Kommunen steht die Analyse lokaler Konflikte in ihrer situativen, institutionellen wie auch individuellen und kulturellen Ausprägung (Phase der Situations- und Konfliktanalyse). Das Prozessbegleitungs-Tandem organisiert die Situations- und Ressourcenanalyse gemeinsam und führt dazu statistische Erhebungen und Befragungen durch. Die Einbindung und Partizipation von Betroffenen(-gruppen) ist von Beginn an wesentlich für die Konfliktbearbeitung. Um mögliche Konfliktpotenziale zu identifizieren, werden zugrundeliegende Konflikte sowie involvierte Akteur:innen, aber auch potenzielle Ressourcen und bereits bestehende Angebote zum Konfliktmanagement beschrieben und aufgezeigt.
  2. In der Phase der Qualifizierung, Prozessbegleitung und Vernetzung konzeptioniert das Prozessbegleitungs-Tandem ein jeweils passgenaues, auf die lokale Situation abgestimmtes Konzept der schrittweisen Bearbeitung der vorliegenden Konflikte. Ziel ist dabei, die involvierten Akteur:innen zu befähigen, im weiteren Verlauf eigenständig an Transformationsprozessen zu arbeiten, dabei Entscheidungsspielräume transparent aufzuzeigen und Konflikte als Chance für Demokratieentwicklung begreifbar zu machen, indem proaktiv innovative Beteiligungsmöglichkeiten und -formate angeboten werden. Durch Vernetzungsformate für die am Projekt teilnehmenden Kommunen, den im Rahmen von „Demokratie leben!“ auf Länderebene bereits aufgebauten Strukturen sowie weiteren relevanten Akteur:innen aus Wissenschaft und Praxis wird der fachliche Austausch fortwährend ermöglicht.Parallel zum Begleitprozess wird eine modulare Weiterbildung zur bzw. zum kommunalen Konfliktmanager:innen für in die Konfliktbearbeitung involvierte Akteur:innen angeboten, die eng mit den praktischen Erfahrungen in der Kommune verzahnt ist.
  3. Um den Modellcharakter des Projekts und den intendierten Transfer in die kommunalen Regelstrukturen möglichst frühzeitig hervorzuheben, werden die zu beteiligenden Kommunen von Beginn an dazu angeregt, Verstetigungsmöglichkeiten mitzudenken und aktiv auf eine Verstetigung der entwickelten Ansätze hinzuwirken. Der Transfer von generierter guter Praxis in Regelstrukturen soll zudem unter Einbeziehung der Strukturen auf Länderebene erfolgen.
Die Stiftung Sozialpädagogisches Institut Berlin »Walter May« ist eine Stiftung des Landesverbandes der Arbeiterwohlfahrt Berlin e. V. Sie will dazu beitragen, eine Gesellschaft zu entwickeln, in der sich jeder Mensch in Verantwortung für sich und das Gemeinwesen frei entfalten kann. Dabei orientiert sich die Stiftung SPI vornehmlich an den Lebenswelten betroffener Bürgerinnen und Bürger und fördert im Rahmen ihrer sozialen Arbeit besonders die Hilfe zur Selbsthilfe. Aufgabe der Stiftung SPI ist die aktive Teilnahme an der Lösung sozialer Probleme, die Weiterentwicklung von Theorie und Praxis und die Ausbildung und Fortbildung von Praktikerinnen und Praktikern der Sozialen Arbeit sowie Forschung.
Sowohl in Kommunen als auch auf Landes- und Bundesebene unterstützt die Stiftung SPI die Umsetzung von öffentlich geförderten Programmen in den Themenfeldern Jugendbeteiligung, Familienbildung, Jugendsozialarbeit, Arbeitsmarktintegration spezifischer Zielgruppen, Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften, Demokratiestärkung in der Ganztagsbetreuung und in der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung. Im Rahmen verschiedener Projekte der Demokratieentwicklung sowie der Netzwerk- und Strukturarbeit bietet die Stiftung SPI Beratungen, Prozessbegleitungen, Dialogformate, Fortbildungen als auch Train-the-Trainer-Seminare an, die der Verständigung, Aktivierung, Professionalisierung und Vernetzung dienen.
                 

Projektdokumente

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